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Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?


Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
12.11.2024, 21:05
Nico_42
 
Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
Liebe Alle!

Es ist einige Zeit ins Land gestrichen seitdem ich mich zuletzt in diesem Forum zu Wort gemeldet habe — und aus irgendeinem Grund hat es mich wieder hierher verschlagen ...

Ich hoffe es geht Euch allen den Umständen entsprechend gut, erfreut Euch bester Gesundheit und das eine oder andere Mitglied aus vergangenen Tagen ist mir namentlich noch bekannt.

Aus dem Titel lässt sich bereits erahnen, in welche Richtung dieses neue Thema geht; wenn auch in der Sparte des Sternzeichens Wassermann angesiedelt, ist jeder herzlich eingeladen seinen weisen und konstruktiven Senf hinzuzufügen.

Die vergangenen Tage waren für mich aus einem bestimmten Grund sehr emotional belastend. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen, habe ich meinem Chef letzte Woche Donnerstag (sofern ich mich noch richtig erinnere) auf Basis meiner Logik gepaart mit meiner Menschenkenntnis und einem Hauch von Intuition (auf verschiedene Arten und Weisen wiederholt) mitgeteilt, dass ich bei der zukünftig neuen Mitarbeiterin, welche für diesen Donnerstag ihren "Arbeitsprobe-Schnuppertag" vereinbart hat und dann kommenden Montag folglich den Dienstvertrag unterfertigen soll, mit seiner Aussage "ab Montag haben wir eine neue Mitarbeiterin" derzeit noch vorsichtig wäre, denn aus den Gründen XY gehe ich persönlich davon aus, dass das nichts wird.

Mein Chef (in irgendeiner Form hoffentlich noch wohlwissend, dass er mich um meine Meinung & Sichtweise gefragt hat) reagiert daraufhin — trotz logischer Argumentation meinerseits — mit absoluter Arroganz und Ignoranz, möchte von alldem nichts wissen und lässt mich unterm.Strich gefühlt wie eine wahnsinnige Irre dastehen.

Und genauso habe ich mich seit letzter Woche auch gefühlt, wie eine wahnsinnige Irre! Die scheinbar die einzige ist, die.Dinge sieht, die andere nicht sehen; die.glaubt Menschen einschätzen zu können, obwohl sie unterm Strich gerade einmal ca. fünf Minuten (wenn überhaupt) mit besagter Person gesprochen hat und in menschlichen Aktionen offenbar mehr hineininterpretiert als eigentlich tatsächlich auf der Hand liegt. Also ja, was stimmt eigentlich nicht mit mir — ich Irre?!!

Ich denke, der eine oder andere mag sich vielleicht vorstellen, wie ich mich die letzten Tage seither regelt mit Selbstvorwürfen und Selbstzweifeln gegeißelt habe ...

Gestern (Montag) hatte ich noch den Gedanken, das sie per E-Mail absagen wird.

Heute (Dienstag), um 08:30 Uhr, erfahre ich über die beiden E-Mail-Posteingänge meiner beiden Chefs, dass besagte Mitarbeiterin um ca. 08:19 Uhr eine E-Mail an obigen Chef gesandt hatte, in welcher sie mitteilte, dass sie sich für eine andere Stelle entschieden hat.

Als ich diese Nachricht las durchlebte ich ein Wechselbad der Gefühle; von absoluter Gänsehaut über "Ich habe es doch gewusst." bis mittlerweile ein Empfinden von tiefer Dankbarkeit.

Ja, Dankbarkeit. Denn eigentlich hat mich meine Menschenkenntnis/Intuition/Bauchgefühl — wie immer man es auch nennen mag — Zeit meines Lebens nie im Stich gelassen; war immer ein vertrauensvoller Begleiter.

Doch die letzten Tage ...

Dieser gesamte Vorprozess fühlt sich für mich immer wieder an, als würde ich im wahrsten Sinne des Wortes durch den kompletten Dreck gezogen werden ... und es ist so mühselig, kräftezehrend und emotional belastend.

Und am Ende, wenn dann doch alles so eintrifft, stehen dann alle - wie auch heute mein erster Chef - bei einem, um mitzuteilen: "Ja, hattest ja doch recht mit deinem Bauchgefühl."

Stichwort "Ende": Ich werde an dieser Stelle einmal mit meinem "Roman" pausieren, um meine Gedanken und Emotionen zu sortieren. Allgemein schwirren zu diesem — zumindest für mich persönlich — interessantem Thema so viele Fragen zum Austausch in meinem Kopf herum bzw. brennen mir auf der Seele, aber irgendwie weiß ich noch nicht recht wohin damit.

Mich würde interessieren, wie der eine oder andere mit dieser "Gabe" (in Ermangelung eines besseren Wortes) umgeht und welche Lebensweisheiten sich über die Jahre angesammelt haben ...

Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen und gemütlichen Abend, vielen, vielen Dank fürs Lesen und bis bald/später.

Natune.net
13.11.2024, 04:48
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
Nach einer etwas gelinde gesagt unruhigen Nacht, hier eine erste kleine Wassermann-Weisheit:

Den Vertretern meines Sternzeichens wird — soweit ich mich richtig entsinne — in den zahlreichen Beschreibungen nachgesagt, dass sie verrückt (verrückte Professor/Wissenschaftler/Tüftler) oder Andersartigkeit (nicht von dieser Welt seien).

Rein basierend auf meiner persönlichen Lebenserfahrung kann ich dieser Beschreibung grundsätzlich zustimmen.

Ich beispielsweise nehme meine Welt über meine (wie auch immer geartete) "Beobachtungsgabe" wahr. Ob diese nun unter das Formmäntelchen der Menschenkenntnis, Intuition, Beobachtung etc. fällt, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Ich nehme mein Umfeld einerseits sehr stark über die Kommunikation wahr (verbale Kommunikation, nonverbale Kommunikation, insbesondere deren Gestik, Mimik, Tonlage). Wie verhalten sich Menschen in bestimmten Situationen, was motiviert sie, was treibt sie an. Warum weichen die plötzlich von ihrer Richtung ab. Sind sie ledigliche Meister des Redens oder können sie auch Worte in Taten umsetzen? Welche Bände spricht die zwischenmenschliche Beziehung zweier Menschen allein durch deren Körpersprache zueinander? Was sind deren Werte und Prinzipien? Sind sie authentisch oder reine Blender? usw.

Vor diesem Hintergrund würde ich persönlich obige Wesensbeschreibung wie folgt ein Stück weit erweitern:

"Ob ein Wassermann als verrückt oder Andersartigkeit gilt, hängt von der gegenüberliegenden Person ab. Ist sie offen dafür die Welt eines Wassermanns durch seine Augen zu sehen, um zu verstehen oder verschließt sie sich seiner Welt und vermeint zu Recht, es mit einem Verrückten zu tun zu haben."

13.11.2024, 04:56
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(13.11.2024 04:48)Nico_42 schrieb:  "Ob ein Wassermann als verrückt oder Andersartigkeit gilt, hängt von der gegenüberliegenden Person ab. Ist sie offen dafür die Welt eines Wassermanns durch seine Augen zu sehen, um zu verstehen oder verschließt sie sich seiner Welt und vermeint zu Recht, es mit einem Verrückten zu tun zu haben."

Und beide Betrachtungsweisen sind für sich alleinstehend vollkommen in Ordnung.

13.11.2024, 10:18
3
Graf Wasserrutsche
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
Willkommen zurück! Winke

Wie bei allen Eigenschaften ist nicht die Eigenschaft an sich Fluch oder Segen, sondern wie man damit umgeht. Man kann eine Eigenschaft zum eigenen Vorteil oder eigenen Nachteil nutzen. Intuition und Menschenkenntnis können einem somit zum Beispiel helfen, sich besser in zwischenmenschlichen Geflechten zurecht zu finden, Fehler zu vermeiden, sich abzugrenzen, Konsequenzen zu ziehen, sich nicht ausnutzen zu lassen, andere bessere zu verstehen oder was auch immer. Gleichzeitig können sie jedoch beispielsweise auch dazu führen, dass man vorab verurteilt, misstrauische Züge entwickelt, intolerant oder zumindest verschlossen wird, seine eigenen prophetischen Gaben überschätzt wird oder was auch immer.

Und ich für mich persönlich habe erkannt: Wenn man seine Intuition anderen überstülpen will, die davon gar nichts wissen wollen, dann wird sie zum Fluch. Wenn man sie jedoch für sich selbst einsetzt ohne zu erwarten, dass andere "mitziehen", dann wird sie wiederum zum Segen.

Für mich stellt sich die von Dir beschriebene Situation so dar: Du hast Deine Einschätzung abgegeben, ihm hat das nicht gefallen. Und am Ende ist es so gekommen, wie Du Dir gedacht hast. Und nun? Deine Intuition hat Dich diesen Verlauf schon irgendwie erahnen lassen. Ist doch prima. Vielleicht geht es Dir hier weniger um das Thema Intuition an sich als darum, Wertschätzung zu erfahren? Ist Dir vor allem wichtig, dass andere Dich als sehr intuitiven Menschen wahr- und ernst nehmen diesbezüglich?

Die Situation ist natürlich etwas knifflig, denn wenn ich es richtig verstanden habe, hat Dein Chef Dich ja nach Deiner Einschätzung gefragt und war dann nicht glücklich mit Deiner Antwort. Das ist natürlich ziemlich unprofessionell von ihm. Dass Du Dich dann aber wie eine „wahnsinnige Irre“ fühlst ist ausschließlich Dein eigenes Denken. Und genau hier greift obiger Absatz: Wenn Deine Intuition dazu führt, dass Du gerne Bestätigung von anderen möchtest, dann wirst Du Dich immer wieder gekränkt fühlen. Denn es ist die Natur vieler Menschen, dass sie ihre Erfahrungen selbst machen wollen. Wenn Dein Chef überzeugt ist, dass diese Mitarbeiterin genau die Richtige ist, obwohl Du anderer Meinung bist, dann ist das seine Sache. Dein Hinweis (sie wird absagen) nutzt ihm ja ehrlich gesagt auch wenig, denn was soll er denn damit machen? Der Mitarbeiterin, die er eigentlich haben möchte, schon mal absagen bevor sie es tun kann? Vielleicht ist er auch ein Typ, der Schwarzseherei nicht mag. Deine Einschätzung mag ja logisch sein und sicher kannst Du Dich meist auf Deine Intuition verlassen, aber vielleicht hat er keinen Bock darauf, wenn andere ihm sagen, was alles nicht klappen wird, obwohl der Ausgang ja noch gar nicht zu 100 % feststeht. Denn bei aller tollen Intuition: die 100%-Intuitions-Trefferquote hat niemand. Oft wird man auch vom Leben überrascht. Das ändert nichts daran, dass er unprofessionell reagiert hat, aber das ist letztlich sein Problem. Dein Problem ist, wie Du damit umgehst.

13.11.2024, 15:08
2
Norah74
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Und ich für mich persönlich habe erkannt: Wenn man seine Intuition anderen überstülpen will, die davon gar nichts wissen wollen, dann wird sie zum Fluch. Wenn man sie jedoch für sich selbst einsetzt ohne zu erwarten, dass andere "mitziehen", dann wird sie wiederum zum Segen.

Finde ich absolut toll gesagt, denn so empfinde ich es auch.

Und was Intuition generell angeht- über die Jahre hat sich die bei mir ziemlich gut entwickelt. Am besten geht diese "Entwicklung" anscheinend voran, wenn man sich von außen sehr zurückzieht. Da fahren die Antennen dann langsam aus und man bekommt ein Gefühl für sehr viele Dinge. Ich mache das meiste nur mehr nach Intuition. Ich war früher eine große Planerin und Vorausdenkerin - geht alles nicht mehr. Es verursacht sogar körperliche Übelkeit. Deshalb entscheide ich jetzt viele Dinge, die meisten Dinge in einem Moment und "aus dem Bauch" heraus - wo ich früher noch ewig drüber nachgedacht hätte.
Menschenkenntnis detto. Ich spreche oder schreibe mit jemandem und weiß ziemlich sofort, wie der tickt und was er will und wie er gestrickt ist.

Da das hier im Wassermann-Thread eröffnet wurde: Ich kenne nicht sehr viele Wassermänner, aber zB. meine WM-Mutter hat eine sehr schlechte Intuition - weil ihre luftigen Gedanken da einiges vernebeln. Lol

13.11.2024, 15:51
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Willkommen zurück! Winke

Wie bei allen Eigenschaften ist nicht die Eigenschaft an sich Fluch oder Segen, sondern wie man damit umgeht. Man kann eine Eigenschaft zum eigenen Vorteil oder eigenen Nachteil nutzen. Intuition und Menschenkenntnis können einem somit zum Beispiel helfen, sich besser in zwischenmenschlichen Geflechten zurecht zu finden, Fehler zu vermeiden, sich abzugrenzen, Konsequenzen zu ziehen, sich nicht ausnutzen zu lassen, andere bessere zu verstehen oder was auch immer. Gleichzeitig können sie jedoch beispielsweise auch dazu führen, dass man vorab verurteilt, misstrauische Züge entwickelt, intolerant oder zumindest verschlossen wird, seine eigenen prophetischen Gaben überschätzt wird oder was auch immer.

Und ich für mich persönlich habe erkannt: Wenn man seine Intuition anderen überstülpen will, die davon gar nichts wissen wollen, dann wird sie zum Fluch. Wenn man sie jedoch für sich selbst einsetzt ohne zu erwarten, dass andere "mitziehen", dann wird sie wiederum zum Segen.

Für mich stellt sich die von Dir beschriebene Situation so dar: Du hast Deine Einschätzung abgegeben, ihm hat das nicht gefallen. Und am Ende ist es so gekommen, wie Du Dir gedacht hast. Und nun? Deine Intuition hat Dich diesen Verlauf schon irgendwie erahnen lassen. Ist doch prima. Vielleicht geht es Dir hier weniger um das Thema Intuition an sich als darum, Wertschätzung zu erfahren? Ist Dir vor allem wichtig, dass andere Dich als sehr intuitiven Menschen wahr- und ernst nehmen diesbezüglich?

Die Situation ist natürlich etwas knifflig, denn wenn ich es richtig verstanden habe, hat Dein Chef Dich ja nach Deiner Einschätzung gefragt und war dann nicht glücklich mit Deiner Antwort. Das ist natürlich ziemlich unprofessionell von ihm. Dass Du Dich dann aber wie eine „wahnsinnige Irre“ fühlst ist ausschließlich Dein eigenes Denken. Und genau hier greift obiger Absatz: Wenn Deine Intuition dazu führt, dass Du gerne Bestätigung von anderen möchtest, dann wirst Du Dich immer wieder gekränkt fühlen. Denn es ist die Natur vieler Menschen, dass sie ihre Erfahrungen selbst machen wollen. Wenn Dein Chef überzeugt ist, dass diese Mitarbeiterin genau die Richtige ist, obwohl Du anderer Meinung bist, dann ist das seine Sache. Dein Hinweis (sie wird absagen) nutzt ihm ja ehrlich gesagt auch wenig, denn was soll er denn damit machen? Der Mitarbeiterin, die er eigentlich haben möchte, schon mal absagen bevor sie es tun kann? Vielleicht ist er auch ein Typ, der Schwarzseherei nicht mag. Deine Einschätzung mag ja logisch sein und sicher kannst Du Dich meist auf Deine Intuition verlassen, aber vielleicht hat er keinen Bock darauf, wenn andere ihm sagen, was alles nicht klappen wird, obwohl der Ausgang ja noch gar nicht zu 100 % feststeht. Denn bei aller tollen Intuition: die 100%-Intuitions-Trefferquote hat niemand. Oft wird man auch vom Leben überrascht. Das ändert nichts daran, dass er unprofessionell reagiert hat, aber das ist letztlich sein Problem. Dein Problem ist, wie Du damit umgehst.

Lieber Graf Wasserrutsche!

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort! Derzeit befinde ich mich noch in der Arbeit und werde mich bemühen, so zeitnah wie möglich auf Deine Gedanken einzugehen.

Liebe Grüße

(13.11.2024 15:08)Norah74 schrieb:  
(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Und ich für mich persönlich habe erkannt: Wenn man seine Intuition anderen überstülpen will, die davon gar nichts wissen wollen, dann wird sie zum Fluch. Wenn man sie jedoch für sich selbst einsetzt ohne zu erwarten, dass andere "mitziehen", dann wird sie wiederum zum Segen.

Finde ich absolut toll gesagt, denn so empfinde ich es auch.

Und was Intuition generell angeht- über die Jahre hat sich die bei mir ziemlich gut entwickelt. Am besten geht diese "Entwicklung" anscheinend voran, wenn man sich von außen sehr zurückzieht. Da fahren die Antennen dann langsam aus und man bekommt ein Gefühl für sehr viele Dinge. Ich mache das meiste nur mehr nach Intuition. Ich war früher eine große Planerin und Vorausdenkerin - geht alles nicht mehr. Es verursacht sogar körperliche Übelkeit. Deshalb entscheide ich jetzt viele Dinge, die meisten Dinge in einem Moment und "aus dem Bauch" heraus - wo ich früher noch ewig drüber nachgedacht hätte.
Menschenkenntnis detto. Ich spreche oder schreibe mit jemandem und weiß ziemlich sofort, wie der tickt und was er will und wie er gestrickt ist.

Da das hier im Wassermann-Thread eröffnet wurde: Ich kenne nicht sehr viele Wassermänner, aber zB. meine WM-Mutter hat eine sehr schlechte Intuition - weil ihre luftigen Gedanken da einiges vernebeln. Lol

Liebe Norah74!

Gleiches wie bei obigem Post an Herrn Graf Wasserrutsche!

Liebe Grüße

13.11.2024, 21:07
1
Amaterasu
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
Hallo Nico_42,

ich habe nicht so den tiefen Einblick in die wassermännischen Welt, um etwas über die Intuition des Wassermanns an sich sagen zu können. Mir sind zwei allgemeine Punkte in der konkreten Situation mit der neuen Mitarbeiterin und deinem Chef ins Auge gefallen.

(12.11.2024 21:05)Nico_42 schrieb:  Ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen, habe ich meinem Chef letzte Woche Donnerstag (sofern ich mich noch richtig erinnere) auf Basis meiner Logik gepaart mit meiner Menschenkenntnis und einem Hauch von Intuition (auf verschiedene Arten und Weisen wiederholt) mitgeteilt, dass ich bei der zukünftig neuen Mitarbeiterin, welche für diesen Donnerstag ihren "Arbeitsprobe-Schnuppertag" vereinbart hat und dann kommenden Montag folglich den Dienstvertrag unterfertigen soll, mit seiner Aussage "ab Montag haben wir eine neue Mitarbeiterin" derzeit noch vorsichtig wäre, denn aus den Gründen XY gehe ich persönlich davon aus, dass das nichts wird.

Mein Chef (in irgendeiner Form hoffentlich noch wohlwissend, dass er mich um meine Meinung & Sichtweise gefragt hat) reagiert daraufhin — trotz logischer Argumentation meinerseits — mit absoluter Arroganz und Ignoranz, möchte von alldem nichts wissen und lässt mich unterm.Strich gefühlt wie eine wahnsinnige Irre dastehen.

Ich sehe hier ein mögliches Kommunikationsthema zwischen dir und deinem Chef und darüber hinaus ein "Beziehungsthema" im Sinne der Beziehung zwischen Vorgesetztem und Angestellter. Deine Beschreibung der Situation und der Kommunikation zwischen euch in dieser Situation ist sehr allgemein, du hast ja betont, dass du nicht ins Detail gehen willst, ich habe beim Lesen nur Eindrücke. Er fragt dich nach deiner Meinung zur Bewerberin und verkündet dann auch sie fängt ab Montag an, du sagst ihm du wärst da nicht so sicher. Er könnte sich durch deine Zweifel in seiner gesamten Autorität angegriffen gefühlt haben, oder dass seine Meinung untergraben wird, oder ähnlich. Wenn er vielleicht auch insgesamt etwas unsicher in seiner Chef-Autorität ist, oder sein Selbstwert nicht ganz fest ist, kann das schon unterschwellig bei ihm wie ein Untergraben rübergekommen sein. Logik hin oder her, den Emotionen ist Logik egal, wenn sie einmal getriggert wurden. Und wenn man jetzt weiter spekuliert - es könnte sogar sein, dass er sich im Inneren selbst nicht ganz so sicher war bei dieser Person, aber es nur zu gerne hätte, dass es doch klappt mit ihr und da kommst du daher und nimmst ihm die Hoffnung weg, zerstörst seine Wunschvorstellung. Seine Aussage "Ich will davon nichts wissen" könnte schon ein Zeichen dafür sein. Die klingt für mich schon etwas zickig, denn er könnte deine Einschätzung einfach nur zur Kentnis nehmen und entscheiden (und auch sagen) - wir werden ja sehen. Alles in Allem - mit seiner Antwort könnte er auch etwas ganz anderes ausdrücken wollen, als "Du bisst eine Irre!", bzw. könnten ganz andere Gefühle bei ihm diese Aussage bewirkt haben, als dass er dich für eine Geistesgestörte hält.
Ich habe deinen Text zwei Mal gelesen und mich auch nach dem zweiten Durchgang gefragt, warum du die Aussage "Ich will davon nichts wissen" ausgerechnet als ein so hartes Urteil von ihm deutest. Allein aus der Situation heraus wie du sie hier beschreibst erschließt sich mir diese "Übersetzung" nicht.
Das ist dann der zweite Moment, der mir aufgefallen ist - du hörst ein (vermeintlich?) hartes Urteil von ihm über deine Person und das zerrüttelt dich so dermaßen, dass du nicht mal mehr richtig schlafen kannst. Warum schafft er es, so tief durchzudringen bei dir? Rein hypothetisch könntest du dir dann auch denken: naja, ich habe das eben anders wahrgenommen als du, mal sehen was passiert, wenn du mich deshalb gleich für eine Irre hältst, dann kannst mich gerne a. A. l. Denn wenn er dir doch tatsächlich genau das vermitteln wollte, dann ist das maßlos übertrieben, anmaßend und höchst unprofessionell.

13.11.2024, 23:39
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Willkommen zurück! Winke

Dankeschön für Willkommen heißen!

Vorab möchte ich die Gelegenheit nutzen, um ein Kompliment Dir gegenüber auszusprechen.

Ich empfinde deine bisherigen Gedankengänge und Lösungsansätze sowie Deinen Kommunikationsstil allgemein als sehr erfrischend, hilfreich und auch inspirierend.

Es ist klar erkennbar, wie viel Zeit und Mühe Du in Deine Antwort investiert hast und ich hoffe und bemühe mich nach Kräften, es Dir gleich zu tun und Dir ebenfalls mit größtmöglicher Wertschätzung begegnen zu können.

Vielen lieben Dank!

(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Wie bei allen Eigenschaften ist nicht die Eigenschaft an sich Fluch oder Segen, sondern wie man damit umgeht. Man kann eine Eigenschaft zum eigenen Vorteil oder eigenen Nachteil nutzen. Intuition und Menschenkenntnis können einem somit zum Beispiel helfen, sich besser in zwischenmenschlichen Geflechten zurecht zu finden, Fehler zu vermeiden, sich abzugrenzen, Konsequenzen zu ziehen, sich nicht ausnutzen zu lassen, andere bessere zu verstehen oder was auch immer. Gleichzeitig können sie jedoch beispielsweise auch dazu führen, dass man vorab verurteilt, misstrauische Züge entwickelt, intolerant oder zumindest verschlossen wird, seine eigenen prophetischen Gaben überschätzt wird oder was auch immer.

Deinem einleitenden Erklärungsversuch kann ich voll und ganz zustimmen!

Alles im Leben (ob Mensch, Tier, Gegenstand, Gedanke, Entscheidung, Eigenschaft etc.) hat seine lichte und seine dunkle Seite, Vor- und Nachteile. Je nachdem wie sich der Mensch letztlich im Speziellen entscheidet, welche von beiden Seiten er dauerhaft und/oder vereinzelt bespielen möchte, so hat er auch die damit verbundenen Konsequenzen einerseits für sich selbst, als auch für seine Umwelt im Bewusstsein zu tragen. Dh, jede Entscheidung, jede Handlung (auch die bloße Untätigkeit) wirkt sich gleichzeitig in zwei Richtungen aus: einerseits für oder gegen uns selbst sowie für oder gegen das eigene Umfeld andererseits.


(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  ... prophetischen Gaben ...

Mit der Verwendung des Begriffes der Prophetie habe ich so meine Schwierigkeiten, da meines Erachtens das Prophetentum per Definition einen anderen Stellenwert/Gewichtung/Bedeutung hat, als der der bloßen Intuition. Mir ist durchaus bewusst, dass ich den Begriff der Intuition selbst in Verwendung habe, jedoch hier und da selbst mit dieser Begrifflichkeit am hadern bin. Entspringen die von mir erahnten Geschehnisse tatsächlich dem Quell der Intuition oder ist besagte Intuition letztlich das Produkt von zuvor korrekt logisch aneinander gereihten Schlussfolgerungen, welches zum aktuellen Zeitpunkt noch im Verborgenen liegt? Ein Thema das großes Potential in sich trägt Philosophen bis in die Ewigkeit zu beschäftigen und die Wissenschaft vermutlich an ihre Grenzen zu treiben.

Oder anders formuliert:
Ich sehe mich außerstande Dir die kommenden Zahlen für die nächste Lottoziehung in Schneidersitz meditierend mit Hilfe von Kerzen und Räucherwerk vorherzusagen.

Wenn ich den Versuch starte den Hergang zu analysieren, wäre ich vielmehr geneigt zu behaupten, dass überwiegend logischen Zusammenhänge zu bilden, Beobachten bzw. die Fähigkeit tatsächlich zuzuhören, Situationen/Gegebenheiten/Handlungen kritisch zu hinterfragen und mit einem als gesellschaftlich durchschnittlich anerkannten Normalwert an Realität gegenüber zu stellen und der letzte verbleibende Rest ist dann meinetwegen das, was allgemein — zumindest in Esoterikkreisen — als "Intuition" bezeichnet wird. Sprich: Ich muss idR durch rationale Denkweise den Grundstein legen, um zum Ende hin ein irrationales Ergebnis erzielen zu können. Nicht umgekehrt vorab ein bestimmtes Ergebnis zu forcieren, sondern die "Intuition" die Kirsche auf dem Sahnehäubchen rationaler "Arbeit" ist.

Ich hoffe, mein Erklärungsversuch war zumindest annähernd verständlich.

Einem Außenstehende zu erklären, wie der individuelle "Intuitionsprozess" in einem selbst von statten geht, ist nicht gerade die leichteste Übung der Welt ...

(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Und ich für mich persönlich habe erkannt: Wenn man seine Intuition anderen überstülpen will, die davon gar nichts wissen wollen, dann wird sie zum Fluch. Wenn man sie jedoch für sich selbst einsetzt ohne zu erwarten, dass andere "mitziehen", dann wird sie wiederum zum Segen.

Mit dem ersten Abschnitt Deiner Äußerung gehe ich vollkommen d'ac­cord. Mittlerweile pflege ich eine eiserne Regel dahingehend, dass ich meinen "heiligen Senf" gegenüber Menschen, die nicht meinem engsten Kreis angehören und zu denen ich auch keine bedeutenden Beziehungen pflege, nur dann abgebe, wenn (a) diese ausdrücklich danach fragen und (b) es sich dabei um Personen handelt, die tatsächliches Interesse und Wertschätzung mir gegenüber glaubhaft machen können und Gegenansichten respektvoll artikulieren können. Was den Rest angeht halte ich es frei nach dem Motto von Daniela Katzenberger: "Sei schlau, stell dich dumm." — Mitunter eine Lebensweisheit, die einem eine Menge Kummer und Sorgen erspart. Alles andere wäre de facto auch absolut übergriffig und folglich in der Tat mehr Fluch, als Segen.

Bei allen Personen, die sich innerhalb des engsten Kreises befinden oder wichtige Beziehungen geknüpft sind, fällt es mir dann schon deutlich schwerer. Zumal ich — je nach Naheverhältnis zu einer Person — in einen gewissen Grad der Befangenheit gerate und aus dieser Position heraus dann dazu neige, "vor drohendem Unheil" beschützen zu wollen" — unter Zuhilfenahme jedmöglicher Protestaktionen meinerseits.

Mitsicherheit ein Punkt, der auf jeden Fall verbesserungswürdig ist. Jedoch frei nach dem Motto "Leben und Leben lassen" bei Menschen, die mir sehr viel bedeuten und liebe, aktuell sehr schwer bis kaum in der Realität umsetzbar erscheint.

Was den zweiten Teil Deiner Äußerung betrifft, wäre ich geneigt Dir erstmals zu widersprechen bzw. ergänzend einen weiteren Argumentationspunkt in den Raum zu werfen, welchem ebenfalls Beachtung geschenkt werden sollte, sofern ich Dich dahingehend richtig verstanden habe, dass Du diese von Dir vertretende Ansicht als "allgemein gültige Pauschalantwort deklarierst, die naturgemäß auf Deinem individuellen Erfahrungsschatz basiert.

Denn meiner Ansicht und Erfahrung nach gibt es Konstellationen, bei denen obige Pauschalaussage nicht greift, und zwar dann, wenn man versucht zu ermitteln, welche Person in welcher Situation wie betroffen ist und welche Interessen verfolgt und somit eine unterschwellige Beeinflussung eines Dritten (im Sinne eines "mitziehens") von naturgemäß erst gar nicht ausgeschlossen werden kann.

Ein Beispiel:
Mann A beschließt mit seiner Frau B je zur Hälfte eine Yacht zu einem Kaufpreis von € 1 Mio. von Verkäufer V erwerben zu wollen. B ist absolut begeistert und möchte am liebsten sofort den Kaufvertrag unterfertigen, A beschleicht während der Verhandlungsgespräche das ungute Gefühl, dass es sich bei K eventuell um eine ziemlich miese linke Ratte handeln könnte. Da A und B gemeinsam in einem Boot sitzen, wenn sie die Yacht zukünftig ihr Eigen nennen wollen, bleibt A keine andere Wahl, als B in seinen Verdacht einzuweihen und somit B im gleichen Atemzug aufzufordern in gemeinsamer Sache "mitzuziehen" .

Anders gestaltet sich dieses Beispiel, wenn Mann A durch den Bruder D ersetzt wird und nunmehr lediglich die Funktion eines unbeteiligten (stillen) Beobachters inne hat. Beispielsweise könnte A offen mit seiner Vermutung an B und D herantreten, gleichzeitig aber ausdrücklich festhalten, dass die Entscheidung selbstverständlich allein bei beiden obliegt oder aber sich erst gar nicht dazu äußert.

Zusammengefasst möchte ich sagen, dass ich die Ansicht vertrete, dass ein Mensch (samt intuitiver Empfindung) nicht pauschal als von seiner Umgebung separiert betrachtet werden kann, ohne sich vorher einen Eindruck über das Gemälde verschafft zu haben.

Diesbezüglich bin ich auf Deiner Art von Sichtweise gespannt.


Fortsetzung folgt ...

13.11.2024, 23:59
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(13.11.2024 21:07)Amaterasu schrieb:  Hallo Nico_42,

ich habe nicht so den tiefen Einblick in die wassermännischen Welt, um etwas über die Intuition des Wassermanns an sich sagen zu können. Mir sind zwei allgemeine Punkte in der konkreten Situation mit der neuen Mitarbeiterin und deinem Chef ins Auge gefallen.

(12.11.2024 21:05)Nico_42 schrieb:  Ohne zu sehr ins Detail gehen zu müssen, habe ich meinem Chef letzte Woche Donnerstag (sofern ich mich noch richtig erinnere) auf Basis meiner Logik gepaart mit meiner Menschenkenntnis und einem Hauch von Intuition (auf verschiedene Arten und Weisen wiederholt) mitgeteilt, dass ich bei der zukünftig neuen Mitarbeiterin, welche für diesen Donnerstag ihren "Arbeitsprobe-Schnuppertag" vereinbart hat und dann kommenden Montag folglich den Dienstvertrag unterfertigen soll, mit seiner Aussage "ab Montag haben wir eine neue Mitarbeiterin" derzeit noch vorsichtig wäre, denn aus den Gründen XY gehe ich persönlich davon aus, dass das nichts wird.

Mein Chef (in irgendeiner Form hoffentlich noch wohlwissend, dass er mich um meine Meinung & Sichtweise gefragt hat) reagiert daraufhin — trotz logischer Argumentation meinerseits — mit absoluter Arroganz und Ignoranz, möchte von alldem nichts wissen und lässt mich unterm.Strich gefühlt wie eine wahnsinnige Irre dastehen.

Ich sehe hier ein mögliches Kommunikationsthema zwischen dir und deinem Chef und darüber hinaus ein "Beziehungsthema" im Sinne der Beziehung zwischen Vorgesetztem und Angestellter. Deine Beschreibung der Situation und der Kommunikation zwischen euch in dieser Situation ist sehr allgemein, du hast ja betont, dass du nicht ins Detail gehen willst, ich habe beim Lesen nur Eindrücke. Er fragt dich nach deiner Meinung zur Bewerberin und verkündet dann auch sie fängt ab Montag an, du sagst ihm du wärst da nicht so sicher. Er könnte sich durch deine Zweifel in seiner gesamten Autorität angegriffen gefühlt haben, oder dass seine Meinung untergraben wird, oder ähnlich. Wenn er vielleicht auch insgesamt etwas unsicher in seiner Chef-Autorität ist, oder sein Selbstwert nicht ganz fest ist, kann das schon unterschwellig bei ihm wie ein Untergraben rübergekommen sein. Logik hin oder her, den Emotionen ist Logik egal, wenn sie einmal getriggert wurden. Und wenn man jetzt weiter spekuliert - es könnte sogar sein, dass er sich im Inneren selbst nicht ganz so sicher war bei dieser Person, aber es nur zu gerne hätte, dass es doch klappt mit ihr und da kommst du daher und nimmst ihm die Hoffnung weg, zerstörst seine Wunschvorstellung. Seine Aussage "Ich will davon nichts wissen" könnte schon ein Zeichen dafür sein. Die klingt für mich schon etwas zickig, denn er könnte deine Einschätzung einfach nur zur Kentnis nehmen und entscheiden (und auch sagen) - wir werden ja sehen. Alles in Allem - mit seiner Antwort könnte er auch etwas ganz anderes ausdrücken wollen, als "Du bisst eine Irre!", bzw. könnten ganz andere Gefühle bei ihm diese Aussage bewirkt haben, als dass er dich für eine Geistesgestörte hält.
Ich habe deinen Text zwei Mal gelesen und mich auch nach dem zweiten Durchgang gefragt, warum du die Aussage "Ich will davon nichts wissen" ausgerechnet als ein so hartes Urteil von ihm deutest. Allein aus der Situation heraus wie du sie hier beschreibst erschließt sich mir diese "Übersetzung" nicht.
Das ist dann der zweite Moment, der mir aufgefallen ist - du hörst ein (vermeintlich?) hartes Urteil von ihm über deine Person und das zerrüttelt dich so dermaßen, dass du nicht mal mehr richtig schlafen kannst. Warum schafft er es, so tief durchzudringen bei dir? Rein hypothetisch könntest du dir dann auch denken: naja, ich habe das eben anders wahrgenommen als du, mal sehen was passiert, wenn du mich deshalb gleich für eine Irre hältst, dann kannst mich gerne a. A. l. Denn wenn er dir doch tatsächlich genau das vermitteln wollte, dann ist das maßlos übertrieben, anmaßend und höchst unprofessionell.

Liebe Amaterasu!

Vielen herzlichen Dank für Deinen Beitrag!

Ich bin für heute schon ziemlich müde und habe Deine Antwort vorab kurz überflogen und pflichte Dir bei einigen Punkten bei.

U.a. was die Komprimiertheit meiner Schilderungen anbelangt. Ich wollte verhindern, eine zweite "Herr der Ringe"-Triologie zu schreiben und habe daher versucht, mich auf das Wesentlichste von Wesentlichem zu konzentrieren — ist mir ehrlich gesagt leider nicht sonderlich gut gelungen ... Schande auf mein Haupt!

Ich werde hier definitiv für mehr Klarheit sorgen und auf Dich und Deine Fragen zurückkommen, sobald ich kann.

Bis dahin, ganz liebe Grüße!

P.S.: Gute Nacht! 🌜

14.11.2024, 09:57
Graf Wasserrutsche
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
Liebe Nico_42,

super Beitrag von Dir! Ich finde das zeigt eindrucksvoll Deine Fähigkeit, Dinge logisch und rational zu durchleuchten. mrgreen

Zitat:Wenn ich den Versuch starte den Hergang zu analysieren, wäre ich vielmehr geneigt zu behaupten, dass überwiegend logischen Zusammenhänge zu bilden, Beobachten bzw. die Fähigkeit tatsächlich zuzuhören, Situationen/Gegebenheiten/Handlungen kritisch zu hinterfragen und mit einem als gesellschaftlich durchschnittlich anerkannten Normalwert an Realität gegenüber zu stellen und der letzte verbleibende Rest ist dann meinetwegen das, was allgemein — zumindest in Esoterikkreisen — als "Intuition" bezeichnet wird. Sprich: Ich muss idR durch rationale Denkweise den Grundstein legen, um zum Ende hin ein irrationales Ergebnis erzielen zu können. Nicht umgekehrt vorab ein bestimmtes Ergebnis zu forcieren, sondern die "Intuition" die Kirsche auf dem Sahnehäubchen rationaler "Arbeit" ist.

Gerade diesen Absatz finde ich toll. Ich kann das gut nachvollziehen, habe aber selbst eine andere Haltung entwickelt. Entwickelt deshalb, weil ich vor einigen Jahren nahezu genau so wie Du gedacht habe.
Oder anders ausgedrückt: Die beschriebene Herangehensweise funktioniert nach wie vor häufig prima bei Menschen, die ähnlich ticken wie man selbst. Oder auch bei Situationen, deren Hergang auf logisch nachvollziehbaren Abläufen beruht. Sobald allerdings Faktoren ins Spiel kommen, die für das eigene Logikempfinden schwer greifbar werden, laufen rationale Erklärungsversuche (oft) ins Leere. Da ist ein rationaler Grundstein zu Beginn manchmal hinderlich, weil er dazu führt, dass man das Verhalten des anderen einfach erst mal unlogisch findet, was den Blick auf das eigentliche Problem vernebeln kann. Stattdessen kann es hingegen helfen, erst mal alle Logik fahren zu lassen und zu "fühlen". Und auf dieser Grundlage lässt sich dann manchmal leichter erkennen, was beim anderen eigentlich los ist. Ist jetzt natürlich sehr abstrakt und unkonkret und auch nicht so ohne weiteres pauschal umsetzbar, aber vielleicht ist klar was ich meine.

Du gehst auf diese Aussage von mir ein:

Zitat:Wenn man sie (Intuition) jedoch für sich selbst einsetzt ohne zu erwarten, dass andere "mitziehen", dann wird sie wiederum zum Segen.

Nämlich so:

Zitat:Was den zweiten Teil Deiner Äußerung betrifft, wäre ich geneigt Dir erstmals zu widersprechen bzw. ergänzend einen weiteren Argumentationspunkt in den Raum zu werfen, welchem ebenfalls Beachtung geschenkt werden sollte, sofern ich Dich dahingehend richtig verstanden habe, dass Du diese von Dir vertretende Ansicht als "allgemein gültige Pauschalantwort deklarierst, die naturgemäß auf Deinem individuellen Erfahrungsschatz basiert.

Also erst mal muss ich klarstellen, dass (auch wenn es so gelesen werden kann) ich keinesfalls meine Aussage als allgemein gültige Pauschalantwort verstanden wissen möchte. Deshalb schreibe ich ja eingangs, dass ich das für mich persönlich erkannt habe. Andere können ja zu völlig anderen Erkenntnissen gelangt sein. mrgreen

Dein Beispiel habe ich nicht so richtig verstanden. Beziehungsweise widerspricht das ja nicht meiner Haltung. Im ersten Fall - wäre ich beispielsweise Person A - würde mir meine Intuition sagen "nö, das fühlt sich nicht gut an, das lasse ich". Da die Yacht nur zu zweit gekauft werden kann, müssen letztlich auch beide einverstanden sein. Ist es einer von beiden nicht, kommt der Kauf nicht zustande. Eigentlich ziemlich einfach. Hier findet lediglich ein Hören auf die eigene Intuition statt. Vielleicht findet das meine Frau schade oder sogar doof, aber wenn sie in dieser speziellen Sache ihren Willen durchdrücken will, ist sie vielleicht ohnehin nicht die richtige Frau. Andersrum würde ich ihre Intuition schließlich auch ernst nehmen, selbst wenn ich es schade finden würde oder selbst intuitiv davon ausgehe, dass mit dem Verkäufer alles ok ist. Gerade wenn Intuitionen auseinanderlaufen, muss man akzeptieren, dass andere eben anders ticken. In dem Fall kann man denjenigen, der aussteigen will, nicht dazu zwingen, sich am Kauf zu beteiligen. Und schon gar nicht kann man ihm/ihr seine Intuition überstülpen. Wenn meine Frau Zweifel hat und an diesen festhält, bringt es nichts, ihr zu erklären, dass die eigene Intuition einem sagt, dass die Zweifel unbegründet sind.

Aber wahrscheinlich bewege ich mich zu weit vom Thema weg.

Ich habe lange hierüber nachgedacht:

Zitat:Zusammengefasst möchte ich sagen, dass ich die Ansicht vertrete, dass ein Mensch (samt intuitiver Empfindung) nicht pauschal als von seiner Umgebung separiert betrachtet werden kann, ohne sich vorher einen Eindruck über das Gemälde verschafft zu haben.

Ein schönes Bild. mrgreen Allerdings strauchle ich darüber, den Inhalt wirklich zu begreifen. Ich versuche es mal für mich zu übersetzen. Ein Mensch ist immer Teil seiner Umgebung, seines Umfeldes und es finden automatisch Wechselwirkungen statt zwischen dem Menschen und seinem Umfeld. Um also einen Menschen zu verstehen, ist es nötig auch sein Umfeld (sowie seine Geschichte) zu berücksichtigen. Es genügt nicht, nur den Menschen alleine zu betrachten. Meinst Du das so in etwa?

Ich verstehe den Bezug zur Intuition nicht so ganz. Vielleicht kannst Du das nochmals erläutern?

14.11.2024, 21:46
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(13.11.2024 10:18)Graf Wasserrutsche schrieb:  Für mich stellt sich die von Dir beschriebene Situation so dar: Du hast Deine Einschätzung abgegeben, ihm hat das nicht gefallen. Und am Ende ist es so gekommen, wie Du Dir gedacht hast. Und nun? Deine Intuition hat Dich diesen Verlauf schon irgendwie erahnen lassen. Ist doch prima. Vielleicht geht es Dir hier weniger um das Thema Intuition an sich als darum, Wertschätzung zu erfahren? Ist Dir vor allem wichtig, dass andere Dich als sehr intuitiven Menschen wahr- und ernst nehmen diesbezüglich?

Das Streben danach von der Welt in seiner Ganzheit und vollem Glanze gesehen und in seiner Individualität wertgeschätzt zu werden, sind — neben der primärsten Bestrebung, nämlich des geliebt werdens — Sehnsüchte, welche in uns allen tief verwurzelt sind und uns letztlich miteinander verbinden.

Ich würde daher höchstwahrscheinlich lügen, würde ich verneinen, dass ein nicht mindergroßer Teil in mir innewohnt, der sich nach eben diesen Bestrebungen beiläufig sehtn, aber nicht als Endziel verfolgt.

Auf die Frage, worum es mir bei alledem wirklich geht, finde ich derzeit für mich persönlich keine vollständig befriedigende Antwort. Aber vielleicht steckt ein Fünckchen Wahrheit darin begraben, wenn ich die Vermutung in den Raum stelle, den Blick der Menschen auf ihren blinden Fleck zu lenken, dem sie im Trubel des Alltagsrausches wohl keines Blickes mehr würdigen würden.

Oder anders ausgedrückt: "Ich sehe etwas, was Du nicht siehst ...".


Fortsetzung folgt ...

14.11.2024, 21:56
Deja-Vu
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
(12.11.2024 21:05)Nico_42 schrieb:  (..) und welche Lebensweisheiten sich über die Jahre angesammelt haben ...

einfach still werden..

17.11.2024, 09:27
Nico_42
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
@Administratoren:
Dieses Thema hat geschlossen zu werden. Vielen Dank!

17.11.2024, 10:26
Amaterasu
 
RE: Menschenkenntnis & Intuition | Fluch und Segen zugleich?
Dieses Thema ist nun geschlossen

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