Das Sexleben des Widdermannes

Der Schlüssel zu seinem sexuellen Verhalten ist Impulsivität. Geben und Nehmen in einer Sexbeziehung muß er erst lernen. Auf Widerstand gegen seine sexuellen Phantasien reagiert er unduldsam.

Man versuche ja nicht, ihn an der Nase herumzuführen. Was man ihm verspricht, muß man halten. Wer nicht mit ihm ins Bett will, bleibe besser zu Hause vor dem Fernsehgerät - der Widder läßt nicht mit sich spielen. Und wer nicht bereit ist, bei Spielen mitzumachen, über die er bisher vielleicht nur in Büchern gelesen hat, der bleibt ebenfalls besser zu Hause und übt sich im Stricken. Alles, was nach Routine schmeckt, langweilt ihn tödlich. Die Frau, die einem Widder sexuell gefallen will, muß Phantasie walten lassen - und die ohne Einschränkungen.

Um die Folgen kümmert er sich nicht. Wenn er eine Frau haben will, will er sie haben. Wer mit diesem Mann ein Verhältnis hat, darf nie vergessen, seine Pille zu nehmen. Möglicherweise hat er irgendwo ein Präservativ herumliegen, aber das heißt noch lange nicht, daß er es auch benutzen wird.

Es ist zu erwarten, daß er die Führung übernimmt. Anregungen nimmt er vielleicht an, wird sie aber nach eigenem Gusto ausführen. Wer ihm einen Busenkuß gestattet, muß mit seiner Zunge auf dem ganzen Körper rechnen. Bei ihm muß man immer auf Unerwartetes gefaßt sein, auf Überraschungen. Sein unzähmbarer Trieb lebt sich mit Wonne in Schockierendem und Verbotenem aus. Widder sind Forscher, die am Kommandopult stehen müssen. Sie werden reizbar, wenn ihnen etwas in die Quere kommt. Welche Stellung sie bevorzugen, mag vom Alter abhängen, doch geistig bleiben sie immer jung. In jedem Falle aber muß diese Stellung eine dominierende sein.

Der Widder kann zum Sadismus neigen. Dann kennt er keine Rücksicht. Rein orale Stimulation reicht für seine Befriedigung nicht aus. Er zupft an den Haaren, kneift in die Brustwarzen oder rammt seiner Partnerin den Penis in den Mund, daß es wehtut. Wem das gefällt und es ohne Schmerzenslaute hinnimmt, kann dadurch seinen Lustgewinn erheblich steigern.

Eine seiner Lieblingsstellungen ist, die vor ihm kniende Gespielin von hinten zu nehmen. Das kann auch mit über einem Stuhl oder über ein anderes geeignetes Möbelstück Gebeugtlehnen variiert werden. Bei der Normalstellung kniet er gerne zwischen den Beinen der Frau, hebt ihr Gesäß hoch, um dann mit aller Kraft zuzustoßen.

Wenn der alternde Widder feststellt, daß er nicht mehr so potent ist wie in jüngeren Jahren, werden sein Stolz und seine Empfindsamkeit auf eine harte Probe gestellt. Ein falsches Wort zur falschen Zeit kann ihn dann vorübergehend impotent machen - für ihn ein besonders schlimmer Schlag. Dann reagiert er auf seine übliche aggressive Weise; wahrscheinlich knüpft er mit einem Dutzend Frauen, die halb so alt sind wie er, ein Verhältnis an. Er will sich beweisen, daß er derselbe Mann ist wie früher. Wenn ihm das nicht gelingt, kann das zu einem Zusammenbruch führen.

Steht er hingegen in der Blüte seiner Jahre, muß man sich vor seiner Aggressivität und seiner Neigung - wohlgemerkt, hier ist immer nur von Neigungen die Rede -, Schmerz zuzufügen, hüten. Er nimmt die Frau, bevor sie bereit ist, nur um ihr Erschrecken zu genießen. Auch bei der oralen Technik ist er nicht von großer Zartheit. Beim Cunnilingus beißt und saugt er hart an der Klitoris. Peitsche oder Ledergürtel verstärkt seinen Genuß, wenn der Sadismus bei ihm durchbricht. Schläge aufs Hinterteil der Partnerin genießt er, und das nicht nur mit der Hand. Haarbürste, Pingpong-Schläger, Bambusstock, er ist da ziemlich einfallsreich. Wenn er eine willige Frau findet, versohlt er sie recht kräftig, und wenn sie um Gnade fleht, treibt ihn das nur zu weiteren Grausamkeiten an - und zu einem lustvolleren Orgasmus. Je turbulenter es zugeht, um so besser.

Natürlich machen auch die übrigen Konstellationen im Horoskop ihren Einfluß auf den Widdermann geltend, so daß sich andere Extreme ergeben können; aber ein Extremist ist er fast immer. Man sei also vor ihm auf der Hut. Die Frau, die einem "reinen" Widder begegnet, sollte sich im stillen merken, wo der "Notausgang" ist, um ihn zu benutzen, wenn sich zeigt, daß ihr seine sexuellen Bedürfnisse denn doch zuviel werden. Es hängt von ihr und von ihrem Zeichen ab, ob sie bei ihm bleiben und seine extreme Liebe genießen will.

Ein gutes Mittel, ihn unter Kontrolle zu halten, ist die 69er Stellung. Dabei spielt sich das Schmerzzufügen wenigstens nicht in einer Einbahnstraße ab. Gruppensex stört den Widder nicht. Je mehr, desto lustiger. Man kann sogar darauf wetten, daß der Partnertausch im Bekanntenkreis von einem Widdermann angezettelt worden ist. Er beweist gern sein sexuelles Können, und gewöhnlich kommt er mit so ausgefallenen Ideen an, daß die anderen leicht schockiert sind. Mit einer Ausnahme: Bei ihm darf man nicht von hinten ran. Nicht weil ihm das aus ästhetischen Gründen zuwider wäre, sondern weil diese Stellung seine "Männlichkeit" bedroht.

Alles in allem: Die Tendenz zum Sadismus kann bei vielen unter dem Zeichen des Widders geborenen Männern ausgeprägt sein.

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