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Wer bin ich?


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Wer bin ich?
29.03.2012, 20:38
Holzratte
 
Wer bin ich?
Weil mir gerade danach ist und ich irgendein Ventil brauch für die Gedanken.

Die alte Sinnfrage "Wer bin ich" ... jeder hat sie sich schon mal gestellt, viele grübeln darüber, andere leben einfach und setzen sich dadurch mit dieser Frage auseinander. Und ich sitz da und weiß wie immer nicht was ich davon halten soll. Klar, ich bin zufrieden mit meinem Leben. Ich kann mich nicht beschweren, dümpel so dahin, mal besser, mal schlechter aber das ist schon o.k. so wie es ist. Ich kenne schließlich Menschen, die mussten wesentlich härtere Prüfungen durchstehen, wesentlich schlimmere Dinge erleben ... was soll ich mich also beschweren?

Und trotzdem steh ich oft da und mach mir Gedanken, wieviele Dinge ich in meinem bisherigen Leben gemacht habe, weil andere es von mir erwartet haben. Trotzdem stehe ich da und frage mich, ob ich Leidenschaften habe, die wirklich aus meinem tiefsten Inneren kommen, oder ob diese Gefühle einfach ein Resultat von Anerkennung durch die Mitmenschen sind. Trotzdem stehe ich da und überlege ob ich das Kleidungsstück xyz, das ich so gerne mag, anziehen kann, ohne dass ich blöde Blicke von der Umwelt kassiere. Trotzdem stehe ich da und ärgere mich über mich selber, weil ich wieder irgendwas angefangen und nicht zu Ende gebracht habe (aufgrund der Alltagspflichten).Trotzdem schaue ich in den Spiegel und denke mir "Wer bist du überhaupt?"

Ich dümpel so dahin, suche nach Antworten und ernte nur immer noch mehr Fragen. Ich setze mich mit der Astrologie außeinander, weil ich mir dadurch erhoffe mehr über mich selbst herauszufinden und lese doch nur wieder Einschätzungen und Stellungnahmen von Menschen die mir fremd sind. Manchmal halte ich mich für feige, ein ander mal für zu aggressiv. Manchmal hab ich gute Tage, manchmal schlechte. Manchmal bin ich liebenswert, ein ander mal furchtbar. Ganz normal eben, so wie bei jedem anderen auch. Und trotzdem hab ich die Frage im Hinterkopf "Wer bist du eigentlich?"

Unter der Woche wechselt sich Studium und Arbeit ab, nach Feierabend gönn ich mir entweder Ruhe oder treffe mich mit Freunden. Ich möchte diese Leute auf garkeinen Fall missen, das sind mir die liebsten auf der Welt. Aber im Prinzip drehen sich die Gesrpäche in einem immer wiederkehrenden Kreis ... "Wie gehts dir?" ... "Hast du schon die neuen Schuhe beim H&M gesehen?" ... "Meine Arbeitskollegin ist so eine blöde Kuh" ... "Hast du das vom XYZ schon gehört?" ... "Woah schau, die mit ihrem fetten Hintern traut sich ne Hotpants zu tragen ... schrecklich". Am Wochenende gehe ich mit dem Freundeskreis zum feiern, was sehr schön ist, aber doch nur immer ein Kräftemessen ... wer macht den besten Witz? ... "Wer kann sich am besten unterhalten?" ... "Wer ist gerade besoffen" ... "Wer kann austeilen, wer kann einstecken". Im Prinzip ist das bei jedem so ... ein Kräftemessen mit Menschen die man liebt (das muss wohl so sein) ... aber ich schau dann in den Spiegel und denke mir wieder "Wer bist du eigentlich?"

Hier im Forum ist es ähnlich "XYZ ist Steinbock, ich bin Wassermann - haben wir eine Chance?" blablablabla ... die Platte hängt, nicht nur hier sondern auch im Leben. Vielleicht braucht das der Mensch auch, gibt schließlich Sicherheit und schafft soetwas wie Vertrauen. Aber wer bist du wirklich? Was macht dich glücklich ... wirklich glücklich? Wieviele Dinge tust du, weil du denkst dass man das von dir erwartet? Was würde passieren, wenn du einfach in den Zug steigen würdest ... und an einem x-beliebigen Bahnhof aussteigst? Traust du dich etwas zu tun, was niemand von dir erwartet?

Langeweile ist Gift für die Gedanken ... und doch kann ich mich nicht beschweren, weil ich ein wirklich gutes Leben habe (das andere überhaupt nicht als langweilig empfinden). Ich bin ein glücklicher Mensch, alles andere als depressiv oder verbittert (auch wenns vielleicht gerade so rüberkommt Wink ) ... und trotzdem kotzt mich diese Hamsterrad manchmal so endlos an, es langweilt. Und dann steh ich wieder mal vor dem Spiegel und denke mir "Wer bist du eigentlich?" .

Gehts dir auch manchmal so? Und hat dir die Sache mit den Sternzeichen geholfen, dich selbst besser kennenzulernen?

Natune.net
29.03.2012, 21:12
betta-splendens
 
Wer bin ich?
Jeder von uns siehts sich selbst als was besonderes an...

Mir ist vor kurzem ein Gedanke gekommen, als wir eine Ameisenstrasse überquert haben.

Diese Ameisen haben ein riesiges Haus, ein Volk, haben zu arbeiten und kämpfen - so wie wir. Sie kennen nur ein Stück ihres Waldes und die Welt ausserhalb exestiert eigentlich nicht, aber das was sie kennen IST ihre Welt!

Jetzt gehst du drüber und trampelst vielleich paar Ameisen tot... so! Wir würden es nicht einmal merken, aber für dieses Volk ist es ein Verlust - es war ein fleissiger Arbeiter usw. sie wissen nicht warum ihm das passiert ist. Das ist einfach ein Unglück, aber es geht sicher weiter.

Wir sind vielleicht wie diese Ameisen. Wir meinen auch, dass wir eine Bestimmung haben und was Besonderes machen müssen, dass wir die Welt kennen und die Spielregeln geklärt sind.

Nein! Lebe, mach dein Job, tue das, was du für deine Bestimmung oder Aufgabe hälst, geniesse es! Das Leben ist viel zu kurz, um darüber nachzudenken, was und wozu ich bin.
Du bist nicht mehr und nicht weniger, als ein einzelner kleiner Arbeiter, den schon deine Urenkel nicht kennen werden und gar nicht davon zu sprechen, dass sich jemand in 100 Jahren an dich persönlich erinnert. So wichtig sind wir nicht, dass man sich das im Spiegel fragen muss.


*So, das war der Gedanke zum Donnerstag*
Lg Betta

30.03.2012, 05:58
constructivism
 
Aw:Wer bin ich?
Ich muss gestehen, was und wie Du es geschrieben hast finde ich außergewöhnlich schön.

Der Mensch sehnt sich grundsätzlich nach Sicherheit. Es ist tatsächlich ein so großes Bedürfnis, dass alles Mögliche getan wird um diese zu gewehrleisten. Wie sich diese definiert, ist jedoch für jeden grundlegend verschieden. Generell macht es allerdings den Anschein, dass sich die Menschheit nach außen orientiert. Anstatt sich selbst Halt zu geben (was nicht nur möglich.. sondern meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit ist sich wirklich entfalten zu können), sucht man an jedem anderen erdenklich Ort danach.

Die Frage danach, wer Du eigentlich bist, kannst nur Du selbst beantworten.

Dinge wie Astrologie können hilfreich, aber auch hinderlich sein.
Wenn sie als Anreiz dienen sich eingehender und objektiver mit sich selbst zu beschäftigen, dann ist es in meinen Augen etwas sehr konstruktives.

Wenn es jedoch so ist, dass es als die einzige unbestrittene Wahrheit gesehen wird… empfinde ich es persönlich nicht als erstrebenswert.
Ich würde allerdings auch Niemandem glauben der mir von Angesicht zu Angesicht sagt „So bist du und nicht anders.“
Sicherlich sind einige Denkanstöße dabei, aber jeder einzelne Mensch ist für sich so komplex und facettenreich, dass eine allgemeine Aussage niemals 100% zutrifft.

Dieses „Kräftemessen“ das Du angesprochen hast, kenne ich nur zu gut. Für mich war/ist es das Streben nach Anerkennung und Wertschätzung die mich dazu verleitet. Doch je mehr Vertrauen ich in mich habe, desto weniger sehe ich eine Veranlassung dazu. Das Gefühl ich müsste mich oder meine Taten anderen gegenüber rechtfertigen verflüchtigt sich zusehends.

Ehrlich gesagt weiß ich noch immer nicht wer ich eigentlich bin, aber ich bin überglücklich dabei. =)

Liebe Grüße L.

30.03.2012, 13:53
Holzratte
 
Wer bin ich?
betta-splendens schrieb:Jeder von uns siehts sich selbst als was besonderes an...

Mir ist vor kurzem ein Gedanke gekommen, als wir eine Ameisenstrasse überquert haben.

Diese Ameisen haben ein riesiges Haus, ein Volk, haben zu arbeiten und kämpfen - so wie wir. Sie kennen nur ein Stück ihres Waldes und die Welt ausserhalb exestiert eigentlich nicht, aber das was sie kennen IST ihre Welt!

Jetzt gehst du drüber und trampelst vielleich paar Ameisen tot... so! Wir würden es nicht einmal merken, aber für dieses Volk ist es ein Verlust - es war ein fleissiger Arbeiter usw. sie wissen nicht warum ihm das passiert ist. Das ist einfach ein Unglück, aber es geht sicher weiter.

Wir sind vielleicht wie diese Ameisen. Wir meinen auch, dass wir eine Bestimmung haben und was Besonderes machen müssen, dass wir die Welt kennen und die Spielregeln geklärt sind.

Nein! Lebe, mach dein Job, tue das, was du für deine Bestimmung oder Aufgabe hälst, geniesse es! Das Leben ist viel zu kurz, um darüber nachzudenken, was und wozu ich bin.
Du bist nicht mehr und nicht weniger, als ein einzelner kleiner Arbeiter, den schon deine Urenkel nicht kennen werden und gar nicht davon zu sprechen, dass sich jemand in 100 Jahren an dich persönlich erinnert. So wichtig sind wir nicht, dass man sich das im Spiegel fragen muss.


*So, das war der Gedanke zum Donnerstag*
Lg Betta

Ich bin ein kleiner Arbeiter, im Vergleich zum gesamten Leben an und für sich ... das stimmt schon. Aber ich bin der Hauptakteur in meinem Leben ... und mein Leben ist mir einfach zu schade und zu kurz, als dass ich mich mit der Nebensächlichkeit meines kleinen Menschenlebens auseinandersetzen möchte. Ich bin mir in jedem Augenblick bewusst darüber, nur dauern die Augenblicke eben nicht ewig ... und wenn ich mich und mein Leben als kleinstes "Übel" des großen Ganzen betrachte, dann bin ich doch eigentlich ziemlich undankbar (es gehört schließlich mir und deswegen ist es für mich auch so wichtig ... da kann ich mich noch so klein fühlen im Vergleich zum großen Universum). Und weil ich nicht undankbar sein will, mache ich mir eben Gedanken, was mich überhaupt ausmacht. Das kann ich nur machen indem ich lebe ... indem ich mich dem Leben mit all seinen Facetten stelle und dann darüber nachdenke was mir dieses ... mein ... Leben so alles bereithält.

Und genau dann, wenn ich darüber nachdenke, wird mir oft schmerzlich bewusst, dass ich (je erwachsener ich werde) meine, soviele Dinge machen zu müssen, weil sie gemacht werden müssen. Ich pflege meine Freundschaften, auch wenn es mich partiell anödet immer wieder dieselben Gespräche zu führen ... weil ich diese Menschen liebe, weil ich sie um nichts in der Welt hergeben möchte. Ich reise in meiner Freizeit mit dem Rucksack durch die Welt, um neue Eindrücke zu sammeln ... und stelle fest, dass es so vielen Menschen wie mir geht ... sie werden erwachsen und vergessen irgendwas (was?). Manchmal erlauben sie sich auch nicht mehr zu träumen, weil diese Kindereien die Rechnungen, die Miete, den Urlaub und die andere vemeidliche Verpflichtungen nicht bezahlen. Ich habe einen Job der mich ausfüllt, der mir sinnvoll erscheint ... aber frage mich trotzdem ob er für mich sinnvoll ist, oder für diejenigen die von meiner Arbeit profitieren. Und dann, wenn man das Glück hat, sieht man Menschen, es sind meistens die kleinen Verrückten, die alles stehn und liegen gelassen haben und die Zukunft auf eine Karte gesetzt haben. Sie besitzen weder viel Geld, noch viel Ansehen, vielleicht haben sie noch nicht einmal das Glück für sich gefunden. Aber eins haben sie, sie sind zufrieden ... so eine wunderbare innere Zufriedenheit. "Nicht mehr wollen müssen" ... das ist das was ich gerne erreichen würde ... aber dann bin ich auch wieder beim "Wollen, wollen" Wink ... so spielt man das Spiel nicht. Es gelingt mir irgendwie nicht so ganz ... und so stehe ich halt da, lebe mein Leben weiterhin (und das noch nicht mal schlecht) und mache aber nie wirklich das, was ich gerne möchte. Manchmal stehe ich sogar da und weiß garnicht mehr, was ich eigentlich möchte ... weil ich mir nicht mehr sicher bin ob der Wunsch aus mir entsprungen ist, oder ob er durch die Anerkennung durch andere enstand. Will ich denn jedes Jahr in den Urlaub fahren ... oder mache ich das nur mir für 2 Wochen eine "Scheinwelt" zu gönnen, die mir suggeriert, dass das Leben nicht nur aus Müsiggang besteht? Will ich denn ins Fitnessstudio, weil ich mir denke, dass ich meinen Körper nicht vernachlässigen darf? Will ich das alles ... oder meine ich es zu wollen?

Nein, ich bin ein kleiner Arbeiter ... der aber auch ein großes Leben hat ... und wer wäre ich, wenn ich nicht ab und an vor den Spiegel stelle um mich selbst zu fragen, ob ich mein großes Leben wirklich so lebe wie ich es möchte?

30.03.2012, 14:23
Holzratte
 
Aw:Wer bin ich?
@constructivism

Zitat:Ich muss gestehen, was und wie Du es geschrieben hast finde ich außergewöhnlich schön.

Dankeschön Blush

Zitat:Der Mensch sehnt sich grundsätzlich nach Sicherheit. Es ist tatsächlich ein so großes Bedürfnis, dass alles Mögliche getan wird um diese zu gewehrleisten. Wie sich diese definiert, ist jedoch für jeden grundlegend verschieden. Generell macht es allerdings den Anschein, dass sich die Menschheit nach außen orientiert. Anstatt sich selbst Halt zu geben (was nicht nur möglich.. sondern meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit ist sich wirklich entfalten zu können), sucht man an jedem anderen erdenklich Ort danach.

Die Frage danach, wer Du eigentlich bist, kannst nur Du selbst beantworten.

Dinge wie Astrologie können hilfreich, aber auch hinderlich sein.
Wenn sie als Anreiz dienen sich eingehender und objektiver mit sich selbst zu beschäftigen, dann ist es in meinen Augen etwas sehr konstruktives.

Wenn es jedoch so ist, dass es als die einzige unbestrittene Wahrheit gesehen wird… empfinde ich es persönlich nicht als erstrebenswert.
Ich würde allerdings auch Niemandem glauben der mir von Angesicht zu Angesicht sagt „So bist du und nicht anders.“
Sicherlich sind einige Denkanstöße dabei, aber jeder einzelne Mensch ist für sich so komplex und facettenreich, dass eine allgemeine Aussage niemals 100% zutrifft.

Dieses „Kräftemessen“ das Du angesprochen hast, kenne ich nur zu gut. Für mich war/ist es das Streben nach Anerkennung und Wertschätzung die mich dazu verleitet. Doch je mehr Vertrauen ich in mich habe, desto weniger sehe ich eine Veranlassung dazu. Das Gefühl ich müsste mich oder meine Taten anderen gegenüber rechtfertigen verflüchtigt sich zusehends.

Ehrlich gesagt weiß ich noch immer nicht wer ich eigentlich bin, aber ich bin überglücklich dabei. =)

Liebe Grüße L.

Und genau jetzt sind wir bei dieser fiesen, kleinen Sache ... die mir zu schaffen macht. Ich habe ein Leben mit dem ich sehr zufrieden bin ... allerdings gibts da noch was (ich weiß nicht was) und das ist irgendwie immer schwerer zu fassen, je älter ich werde. Ich baue mir mein Leben so auf, dass ich es o.k. finde ... ja, sogar mag. Ich habe liebe Menschen, die mich begleiten, meine Wohnung, meinen Job, mein Studium, meine Hobbys usw. Jeder hilft jedem und schöner könnte es eigentlich garnicht mehr sein. Aber das sind dann eben auch alles Dinge, die einen ... ich würde mal sagen "faul" machen. Ich steh in meinem Leben, dümpel so dahin (was wirklich o.k. ist) aber es ist einfach immer und immer das Gleiche (wenn auch in anderer Ausführung). Ich möchts andererseits aber auch nichts eintauschen, nicht wegen den materiellen Dingen die ich besitze ... die sind mir herzlich egal, sondern wegen den Leuten mit denen ich mein Leben verbringe. Das Leben spielt sich schön langsam ein ... das merke ich mit meinen 27 Jahren ... und das stimmt mich nachdenklich. In jüngeren Jahren, warens irgendwie viel mehr Veränderungen. Umzüge, andere Freundeskreise, neue Hobbys die ausprobiert werden wollten ... "gspinderte" Ideen die man einfach so umgesetzt hat, weil man keine anderweitigen Verpflichtungen hatte.

Es verändert sich irgendwie ... alle beginnen zu heiraten, werden "gesetzter" und das Leben wird immer mehr Routine. Und ich steh da und denk mir, dass das ganz normale Vorgänge sind (die jugendliche Revoluzzer-Phase kann schließlich nicht ewig dauern Wink ). Das schafft zum einen Vertrauen ... kann aber auch nicht mehr so leicht durchbrochen werden. Klar, ich könnte von heute auf morgen alles hinschmeißen und in einer neuen Stadt, ganz neu anfangen. Nur ist mir der Preis dafür im Laufe der Jahre zu hoch geworden. Ich hab ja schließlich ein Leben das ich mag ... und trotzdem gibts Phasen in denen ich in den Spiegel schaue und mich frage "Wer bist du eigentlich?". Ich bin doch noch jung, das kanns doch noch nicht gewesen sein, oder?

Das ist ziemlich mühselig ... hab gedacht in meinem Alter ist man schön langsam so weit, dass man seinen Weg in etwa kennt und verfolgt. Naja, irren ist menschlich ... und ich mach mir wahrscheinlich (wie immer) viel zu viele Gedanken Wink

30.03.2012, 17:45
Dana
 
Aw:Wer bin ich?
Hallo Holzratte,

der Beitrag könnte so ähnlich von mir sein und ich bin 48 Jahre Smile ... ich habe mir die Frage auch schon öfter gestellt und meine Antwort dazu ist: „Mein Leben IST und BLEIBT Veränderung und ICH bin Veränderung.“

Auch mir geht es gut und ich bin (scheine) zufrieden mit meinem Leben .... und trotzdem gibt es Augenblicke, wo ich einfach auf einen Zug aufspringen und was völlig anderes möchte.

Wenn ich wieder mal an diesem Punkt angekommen bin, dann weiß ICH, es ist wieder Zeit weiterzuziehen und etwas für MICH und nur für MICH zu tun (es spielt für mich keine Rolle etwas zu tun, was andere beeindruckt.) ... auch wenn ich gern an dem Bahnhof XYZ aussteigen möchte, so behalte ich mein Ziel am Ende doch im Blickfeld (jedenfalls bisher ;-) ) ... Die Maßstäbe muss aber jeder für sich selber stecken und auch die Richtung muss jeder für sich finden.

Ich suche & finde neue Herausforderungen im Rahmen des Möglichen z.B. beruflich oder neue verrückte Hobbies und lerne dabei wieder interessante Menschen kennen, die mich wiederrum inspirieren ... gebe dafür liebgewonnes auch auf ... denn wie du selber schreibst:“ Langeweile ist Gift für die Gedanken.“

Finde für dich heraus: „Wer bist du?“... auch wenn es dir gut geht und du mit deinem Leben zufrieden bist (scheinst) .... bist du wirklich auf dem richtigen Weg?
Welche Verpflichtungen halten dich ab ggfs. den Kurs zu ändern?

Auch dieses Zitat hier hat mir gut gefallen: "Mut heißt die Kraft, das Bekannte und Sichere loszulassen." (Rollo May)

P.S. Ich lese gerade das Buch: „Am ersten Tag“ von Marc Levy

LG - Dana

30.03.2012, 18:05
DoDo
 
Wer bin ich?
@ Holzratte: Thumb-up

diese Frage kann man sich wohl jeden Tag stellen.

An manchen Tagen wird man sie sich klar beantworten können.

An manchen, wenn's einem nicht so gut geht, wird man vielleicht wie ein Blatt vom Sturm erfasst und herumgewirbelt, ohne zur Ruhe zu kommen und ohne Antworten zu finden.

Dass Du schon einmal eine gewisse Grund-Zufriedenheit verspürst, wird Dir mit Sicherheit die Ruhe geben, Dich umzusehen und Deinen Weg zu sehen.

ABER:
Wir sind ja nicht losgelöst von der Welt - sonst wäre es sicher einfach.

Wir begegnen Menschen, die uns anrühren und die wir natürlich positiv beeindrucken möchten.
Vielleicht gibt es genau in dem Augenblick einen Sprung im Spiegel, weil Du Dich fragst, wie Dich der andere sieht. Hinzu kommt die Sicht des anderen. Das kann den Sprung sofort wieder schließen, oder der andere wirft Dir kein klares Bild zurück.

Genauso unterschiedlich sind ja auch die Beweggründe, hier zu landen; einige kommen gänzlich ohne Anliegen oder Fragen und sind "just for fun" hier (zu denen zähle ich mich)

andere schlagen hier in einer akuten "Notsituation" auf und suchen konkrete Antworten

Deine Ausgangsfrage wirst Du Dir im Laufe Deines Lebens vielleicht nie vorab beantworten können.

Aber jeder Tag, den Du lebst, gibt Dir ein stückweit Antwort Wink


noch ein Zitat dazu; finde ich ganz passend

"Dein Sinn ergibt sich aus dem Sinn der anderen, du magst wollen oder nicht. Deine Neigungen ergeben sich aus den Neigungen der anderen, du magst wollen oder nicht. Dein Tun ist Bewegung eines Spiels. Schritt eines Tanzes."

Antoine de Saint-Exupéry, Die Stadt in der Wüste

01.04.2012, 03:10
constructivism
 
Aw:Wer bin ich?
Das grundlegende Problem an jeder Gesellschaft ist meines Erachtens diese strickte Grundstruktur, in der individuelle Wünsche oder Vorstellungen verpönt werden.
Dass ab einem gewissen Alter erwartet wird, dass ein nach Außen sehr funktionelles Verhalten an den Tag gelegt wird, empfinde ich als wenig förderungswürdig. Ohne „Ausreißer“ wäre die Gesamte Menschheit in vielen Belangen noch viel weiter zurück, als sie es ohnehin ist.

Solange es für Dich funktioniert, warum nicht. Aber wenn der Wunsch nach Veränderung oder Abwechslung da ist, solltest Du nur auf Dich vertrauen. Du wirst mit Sicherheit die für Dich „richtige“ Entscheidung treffen.
Selbst wenn Du plötzlich das Bedürfnis verspürst Dich in der Antarktis um verwaiste Pinguin-Babies zu kümmern. Deine Freunde, werden (sofern Du ihnen wirklich am Herzen liegst) immer da sein und Dich bzw. Dein Glück fördern.

Lass Dir nur bitte von Niemandem sagen bzw. einreden welches Verhalten für Dich adäquat wäre. Niemand außer Dir kennt darauf die Antwort.
Und nachdem Du einen sehr intelligenten Eindruck machst, wirst Du diese bestimmt auch bald finden, wenn Du sie nicht ohnehin schon kennst.

Das was die „größten“ Menschen auszeichnet, ist die unaufhörliche Strebsamkeit nach „Mehr“, lass sie Dir bitte nicht nehmen. Smile

Liebe Grüße

07.04.2012, 12:59
Holzratte
 
Aw:Wer bin ich?
@constructivism

Zitat: Das grundlegende Problem an jeder Gesellschaft ist meines Erachtens diese strickte Grundstruktur, in der individuelle Wünsche oder Vorstellungen verpönt werden.
Dass ab einem gewissen Alter erwartet wird, dass ein nach Außen sehr funktionelles Verhalten an den Tag gelegt wird, empfinde ich als wenig förderungswürdig. Ohne „Ausreißer“ wäre die Gesamte Menschheit in vielen Belangen noch viel weiter zurück, als sie es ohnehin ist.

Ich muss dir Recht geben ... würde den Gedanken aber gerne noch weiterspinnen.

Ich denke, dass der Trend zur Individualisierung in unserer heutigen Gesellschaft sehr wohl vorhanden ist, allerdings sehe ich das ein bißchen kritisch. Wenn ich mich in meinem Umfeld umsehe, dann bemerke ich durchaus ein gewisses "Mainstream-Verhalten" (genauso wie du) erkenne aber auch eine Art ... nennen wir es mal "Pseudo-Individualität". Das meine ich um Himmels Willen nicht wertend, ich beobachte schließlich nur Wink

Jeder ist versucht etwas besonderes in der Gesellschaft darzustellen, sich abzuheben von "den anderen" ... im Prinzip strebt jeder mehr oder weniger danach (wer bezeichnet sich schon gerne als Mitläufer). Ich sehe lebende Kleiderständer, die dem fixen Glauben verfallen sind, sich über die Mode von den anderen abheben zu wollen ... nur ist es nichts individuelles, wenn man heutzutage als z.B. Hippie, oder Rockabilly in der Fußgängerzone entlang läuft (vor ein paar Jahrzehnten lief jeder so herum). Wenn es demjenigen gefällt ist das schön und gut, nur ist es m.M. nach kein Ausdruck von Individualität sondern lediglich ein Abklatsch der Vergangenheit, verbunden mit eigenen Wunschvorstellung von Individualität. Ungewöhnlich ja ... aber individuell? Ich sehe "Gegen-den-Strom-Schwimmer", die nicht gegen den Strom schwimmen, sondern nur auf einer anderen Welle. Sie erzählen mir von einer besseren Welt und können mir erklären warum die Welt so schlecht ist (realistische Verbesserungsvorschläge fallen jedoch rar aus). Diese (scheinbar) mutigen Schwimmer, sind oft ganz große Redner, die ihr Publikum davon überzeugen wollen, dass sie es ablehnen sich in Gesellschaftsformen zu integrieren. Und wenn ich mir dann Zeit nehme, um hinter ihren Vorhang zu blicken, erkenne ich ganz kleine Menschen, die reden ohne zu handeln, sich stark geben weil sie Angst vor ihrer Schwäche haben ... und eigentlich nur nach einem streben ... Anerkennung. Sind die individuell, oder stehen sie sich selbst im Weg weil sie nicht für die Individualität kämpfen sondern fürs Prinzip? Ich seh soviele die individuell sein wollen, oder sich dafür halten ... und denke mir dann "Warum kämpfst du eigentlich so gegen dich selbst?" Und soll ich dir was sagen … ich kann sie sogar verstehen, weil ich das auch oft genug mache.

Individualität bedeutet für mich nicht den Bildern in meinem Kopf zu entsprechen, damit streichel ich nur mein eigenes Ego und laufe Gefahr in einer selbstkreierten Blase zu leben, nur um zum Schluss festzustellen, dass ich mich von meinen Vorstellungen leben hab lassen, anstatt wirklich ich zu sein. Individualität ist bescheiden (für mich ist sie das) und setzt auch eine gewisse Weisheit voraus, die es einem erlaubt man selbst zu sein, weil man sich selbst erkennt. Nur kann ich weder diese Weisheit, noch die Bescheidenheit mein eigen nennen (aber das ist schon o.k. ).

Ich hatte das große Glück und durfte einem Menschen begegnen, der in meinen Augen wahrhaftig individuell ist... und derjenige führt keine Kämpfe, fällt noch nicht einmal besonders auf und schwingt keine Reden ... sondern lebt einfach (und das sogar in Einklang mit der Gesellschaft und der Umwelt in der er lebt). Er muss sich keine selbst inszenierten Bilder schaffen um individuell zu sein ... er ist es einfach. Ein bißchen verrückt ist er .. zugegeben ... aber er weiß wo seine Grenze liegt. Wenn jemand wirklich in Einklang mit sich selbst lebt und zufrieden ist, dann muss er andere nicht mehr von sich selbst überzeugen ... das passiert meist automatisch.

Ich bewundere diesen Menschen ... sehr sogar.

Und darum sitzt die olle Holzratte manchmal vor dem Spiegel und fragt sich "Wer bin ich?" ... bin ich wirklich ich ... oder lebe ich gerade die Bilder die ich mir selbst auferlegt habe? Bilder können etwas schönes sein, keine Frage ... allerdings sind sie nur solange schön, bis die Farbe verblasst und abbröckelt. Wenn das passiert merke ich immer, dass ich mich einer Wunschvorstellung hingegeben habe, die entgegen meiner Realiät, meinem wahren Ich, handelte. Das ist zum einen immer wieder schön (weil ich ansonsten viele Erfahrungen nicht gemacht hätte), andererseits muss man sich immer wieder neu definieren (und das ist anstrengend). Naja, vielleicht muss es auch so sein ... Spaß machts nämlich immer, auch wenn ich oft genug das Gefühl habe, auf der Stelle zu treten. Aber „bei sich Ankommen“ wäre trotzdem mal schön, auch wenn mir die ganze Zeit irgendwelche Leute sagen, dass alles im Fluß ist und das Leben aus Veränderung besteht. Schade nur, dass die dann nicht kapieren, dass ich mit „Ankommen“ nicht Stagnation meine. Wink


Zitat:Das was die „größten“ Menschen auszeichnet, ist die unaufhörliche Strebsamkeit nach „Mehr“, lass sie Dir bitte nicht nehmen
.

Und was wäre, wenn ich garnicht nach „mehr“ streben möchte sondern mein Streben viel bescheidener ist? Diese Sache ist eigentlich sehr klein … so klein, dass man sie sehr leicht übersehen kann (und aufpassen muss dass man sie nicht wieder verliert). Wenn ich diese kleine Sache entdecken würde, können mir die großen Dinge dieser Welt gestohlen bleiben. Nur stehen mir da halt immer wieder diese bunten, lauten selbstkreierten Bilder im Weg … und ich glaube mittlerweile, dass die mich manchmal so ablenken, dass diese kleine, leise Sache darin untergeht.

Naja, aber das ist nur meine Meinung Smile

18.05.2012, 12:13
Miss.Turkis
 
Aw:Wer bin ich?
Vielleicht kann man rausfinden, wer man ist, wenn man weiß, was man mag.

14.10.2012, 23:40
Labonitamorena
 
RE: Wer bin ich?
Zeig mir deine Freunde und ich sag dir wer du bistLol

14.10.2012, 23:53
rattirasta
 
RE: Wer bin ich?
René Descartes erkannte im Denken den Beweis für die eigene Existenz und definierte den Menschen folglich als geistiges Wesen, das nur zufällig und vorübergehend in einem Körper steckt – ein vorschneller Schluss.
Ludwig Wittgenstein sah im Ich lediglich ein sprachliches Konstrukt, das jeder reellen Basis entbehrt; doch von der Natur der Sprache lässt sich nicht ohne Weiteres auf die Natur der Welt und des Menschen schließen. Neurowissenschaft und Psychologie, betrachtet die moderne Philosophie den Menschen als biologisches Wesen mit geistigen Fähigkeiten, die auf natürlichen Eigenschaften beruhen; Ich-Gefühl und Selbstbild erwachsen aus der Abgrenzung der eigenen Person von der Außenwelt und ihrer Spiegelung im anderen. Die ontologische Frage der Menschen ist je nach Betrachtung der Epoche immer anders. Wer ich wirklich weißt nur Gott.

15.10.2012, 08:30
Skorpion78
 
RE: Wer bin ich?
Ich bin ich und das ist gut so! Wer mit mir ein Problem hat, der hat das Problem, nicht ich!

15.10.2012, 15:10
Miezekatze
 
RE: Wer bin ich?
(15.10.2012 08:30)Skorpion78 schrieb:  Ich bin ich und das ist gut so! Wer mit mir ein Problem hat, der hat das Problem, nicht ich!
Gut gebrüllt, Löwe. mrgreen

Ernsthaft: Die Frage habe ich mir auch oft gestellt.
Habe. Vergangenheit. Ich finde wenn man zuviel grübelt verpasst man sehr viel. Natürlich wühle ich gerne in Seelenmatsche etc. Welcher Skorpion macht das nicht? Aber ich bin für mich zu der Feststellung gekommen, dass mir erstmal die Antwort: "Ich bin ich", reicht.
Liegt vielleicht auch an den unendlich vielen buddhistischen Texten, die ich in dieser Sinnkriesenzeit verschlungen habe. Da geht es immerhin darum dass "Ich/Selbst" frei zu geben, bzw zu erkennen, dass es das garnicht gibt. Wink

So scherzhaft das "Gut gebrüllt" gemeint war, ich sehe es ähnlich.
Getreu des Mottos: "Hast du ein Problem mit mir? Da ist die Türe."
Schwieriger ist es bei Menschen die einem wichtig sind etc.

15.10.2012, 17:50
Holzratte
 
RE: Wer bin ich?
(15.10.2012 08:30)Skorpion78 schrieb:  Ich bin ich und das ist gut so! Wer mit mir ein Problem hat, der hat das Problem, nicht ich!

Na hoffentlich bekommst du nie ein Problem mit dir selber. Wink

Stell ich mir gerade bildlich vor

"Ich hab ein Problem mit dir"
"Nein, ich hab ein Problem mit dir"
"Ja genau, du hast ein Problem ... nicht ich"
"Garnicht wahr, du bist das Problem"

Wink


Ne, jetzt mal ernsthaft ... hadert ihr nie mit euch? Man muss ja nicht gleich nen psychischen Knacks weg haben, oder in Depressionen versinken um sich ma Gedanken zu machen ob man auf dem richtigen Weg ist (oder eben nicht).

Kann mir nicht vorstellen, dass das soooo ne arge Ausnahme ist? *grübel*

Edit: Zum Schluß ist ist das wieder ma so ne Krebs-Eigenart Hunf

Natune.net
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